fama Familienaufstellungen
 

... über Verstrickung

In gewisser Weise leben wir mit den Altlasten früherer Generationen, denn ein Großteil der Probleme, die uns heute berühren, entstand zu einer anderen Zeit und in einem anderen Leben. Daran hat niemand Schuld. Nur weil die Zusammensetzung der Familienmitglieder ist, wie sie ist, wird Verstrickung überhaupt möglich.

In jeder Familie gibt es einschneidende Ereignisse und Schicksale, die sich tragisch auswirken können. Väter, Mütter oder Kinder sterben viel zu früh; Familien fallen auseinander, weil Partner, die sich einstmals liebten, im Haß auseinander gehen; schwere Krankheiten oder Behinderungen belasten eine ganze Familie. Und nicht zuletzt sind es politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ereignisse, wie Kriege, Vertreibung und Entbehrungen, die die Menschen einer ganzen Generation treffen können.

So ist jede Familie, mit all ihren Mitgliedern und Generationen, ein Sammelbecken vieler solcher einzelner Schicksale. Ein wahrhaft unerschöpfliches Potential, um von vergangenen Störungen zu zehren, oder sich in fremde Schicksale einzumischen. Und, wie Familienaufstellungen zeigen, tun Kinder letzteres laufend; wir selbst, unsere Eltern, deren Eltern, und immer so weiter.

Die Einmischung geschieht zwar aus Liebe, aber sie tut niemandem gut und führt auf direktem Weg zu endlosen Verwicklungen. Denn die systemische Ordnung verlangt, daß die Familienmitglieder selbst tragen, was ihres ist, auch das eigene Schicksal. Wer sich in fremde Angelegenheiten mischt, aus welchen Gründen auch immer, verlässt seinen eigenen Platz, und das hat fast immer weitreichende Folgen. Dadurch können sich Schicksalsereignisse in Familien nicht nur auf die unmittelbar Betroffenen, sondern auch auf spätere Generationen auswirken und sie darin verstricken. So entstehen typische Dynamiken der Verstrickung, wie sie immer wieder in Familienaufstellungen auftauchen.

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